Das grausame Massensterben von Tieren in Gräben, die von Bauern zum Schutz vor Rindern um ihre Felder gezogen werden, wurde erstmals im Mai-Juni 2019 während einer CADI-Expedition im Bezirk Saryagash in der Region Turkestan entdeckt. Im selben Jahr wurden Artikel und Medienberichte verfasst und Appelle an staatliche und regionale Behörden gerichtet, um eine Problemlösung zu finden.

Im Mai 2021 stieß ein Expertenteam des IUCN-Projekts „Save Our Species“ während einer Expedition in der Region Turkestan zufällig erneut auf das oben beschriebene Problem: In dem untersuchten Graben mit einer Länge von 7 km wurden 286 Tiere gefunden, wovon die meisten noch lebten und in Sicherheit gebracht werden konnten. Durch die Unterstützung des Akimats der Region Turkestan löste das  Problem erneut große Resonanz in der Öffentlichkeit aus: Eine TV-Reportage wurde gesendet, Freiwillige engagierten sich für die Rettung der Schildkröten, Treffen mit Mitarbeitern des Bezirksgrundstückskomitees und der Gebietsinspektion für Wildtierschutz fanden statt.

Vom 7. bis 11. Juni führte eine Gruppe von drei Personen – Maxim Yaganin (Institut für Zoologie), Gaisha Nurpeiskyzy (Institut für Zoologie) und Vladimir Terentyev (ACBK) – im Rahmen des CADI-Projekts weitere Untersuchungen zu den Gräben durch. Die Hauptaufgabe bestand darin, genaue Standortdaten der Gräben zu ermitteln. Die durch die Analyse von Satellitenbildern der Region Turkestan gewonnenen Daten bestätigen die Gesamtlänge der Gräben über mehrere hundert Kilometer.

Die Behörden haben inzwischen die Zuschüttung sämtlicher Gräben veranlasst. Während des Feldbesuches konnten erste Zuschüttungen von Gräben bereits beobachtet sowie weitere Tiere vor dem sicheren Tod gerettet werden.