Auf dem Weg zur transnationalen Welterbenominierung der winterkalten Wüsten Zentralasiens im Rahmen des CADI Projekts haben die teilnehmenden Staaten eine weitere wichtige Hürde genommen.

Fristgerecht ein Jahr vor der geplanten Einreichung der Nominierungsunterlagen im Februar 2022 haben Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan ihre nationalen Vorschlagslisten („tentative list“) um die Stätte „Winterkalte Wüsten von Turan“ erweitert.

Das serielle, transnationale Welterbe umfasst insgesamt 9 Schutzgebiete, u.a. in den Wüsten Aralkum, Karakum, Kysylkum und Ustjurt. Durch die gemeinsame Nominierung soll der Naturschutz der Gebiete, das grenzüberschreitende Management der Stätten und die regionale Zusammenarbeit insgesamt gestärkt werden.

Die winterkalten Wüsten Zentralasiens sind das weltweit einzige Biom, da bisher nicht in der Welterbeliste der UNESCO berücksichtigt ist. Dass sie das Potential dazu haben, betont eine aktuelle Studie der IUCN.

Grundlage für die Nominierung bildet eine gemeinsame Deklaration als Ergebnis eines CADI Workshops auf der Insel Vilm.

Artikel zur Nominierung in der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) – Asia (08.02.2021)

Die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Online-Umfrage zum Bedarf an IPBES-Kapazitätsaufbau in Osteuropa und Zentralasien sind jetzt verfügbar.

Die Online-Studie bildete die letzte Phase des 2017 gestarteten Projekts „Capacity building on IPBES for administrations, scientists and civil society in Eastern Europe and Central Asia“, durchgeführt vom Institut für Biodiversität – Netzwerk e.V. (ibn).

Vorausgegangen war eine Reihe von Capacity-Building-Workshops in der Region, die grundlegende Informationen über IPBES, seine Funktionsweise, die Möglichkeiten der Beteiligung, die bisher entwickelten Produkte und die anstehenden Assessments vermitteln sollten.

In diesem Zusammenhang wurden in enger Zusammenarbeit mit CADI drei nationale IPBES-Workshops in Taschkent (Usbekistan, 2018), Astana (Kasachstan, 2018) und in Aschgabat (Turkmenistan, 2019) durchgeführt.

Die Ergebnisse des einzigartigen Fauna- und Flora-Monitoring-Konzepts, das im Rahmen von CADI für das Saigachy-Wüstenschutzgebiet auf dem Ustyurt-Plateau (Usbekistan) entwickelt wurde, sind veröffentlicht worden.

Mit Hilfe des Monitoringkonzepts und dem Einsatz von Kamerafallen konnten verlässliche Daten über das Vorkommen wandernder Saiga-Antilopen sowie über eine Reihe weiterer seltener Säugetierarten gewonnen werden. Diese bestätigen die Bedeutung des Saigachy-Reservats für die Erhaltung der regionalen Biodiversität.

Das für das Saigachy-Schutzgebiet entwickelte Monitoring-Konzept wird dem Staatlichen Komitee der Republik Usbekistan für Ökologie und Umweltschutz und der Akademie der Wissenschaften der Republik Usbekistan zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt.

Die Entwicklung des Monitoring-Konzepts umfasste mehrere Komponenten, darunter die Identifizierung von Standorten mit besonderer Artenvielfalt innerhalb des Saigachy-Reservats, die Auswahl bestimmter Monitoring-Routen, die Installation von Kamerafallen oder die Erstellung eines Bestimmungsbuches der Flora und Fauna des Schutzgebietes.

Der Artikel ist hier verfügbar.

In Usbekistan wurde der Kapazitätsaufbau durch das von der FAO entwickelte Konzept der Farmer Field Schools (FFS) umgesetzt. An zwei Pilotstandorten führte das FAO-Projektteam eine Reihe von FFS-Seminaren zur Verbesserung der Pflanzenproduktion sowie zur Ernährungssicherheit durch.

An den Seminaren nahmen Vertreter des Distrikt-Khokimiyats (Verwaltungsamt), der Dorfräte, der Mahalla- und Frauenkomitees, Bauern, Fachleute und Wissenschaftler sowie Medienvertreter teil – die Zielgruppe lebt unter den harten klimatischen Bedingungen der winterkalten Wüsten

Ziel der Seminare ist die Steigerung der Einkommen der Bewohner der Wüstengebiete. Die Seminarteilnehmer erhielten Informationen über Praktiken zum Anbau von verbesserten Gemüsekulturen. Neben fachlichen Präsentationen wurden Informationshefte und Broschüren über die Technologie des Gemüseanbaus sowie verschiedene Gemüsesamen verteilt.

 

 

Das CADI Team hat das Medieninstitut der Länder (FWU) bei der Entwicklung von Lernmaterialien zu winterkalten Wüsten unterstützt. Die Materialien richten sich an Schüler*innen der 7.-10. Klasse und umfassen Arbeitsblätter, Karten und einen Film. Hierfür wurden CADI Filmaufnahmen aus den Wüsten Kasachstans und Usbekistans des YouTube Teams „Vse Kak U Zverei“ verwendet. Das Material ist im Rahmen der Reihe zu den Naturlandschaftszonen – der gemäßigten Zone – erhältlich.

Das Staatliche Naturreservat Barsakelmes wurde mit dem „Elim-Ai“-Preis als bestes Naturschutzgebiet Kasachstans ausgezeichnet.

Im Rahmen des CADI-Projekts wurden zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Managements des Schutzgebiets durchgeführt. So wurden die Managementpläne angepasst, Trainings für das Personal durchgeführt, u.a. zum Monitoring, sowie in Ausrüstung und Infrastruktur des Naturschutzgebietes investiert.

Das CADI-Team gratuliert seinem Partner zu der tollen Auszeichnung!

Im Rahmen des CADI-Projekts wurde Anfang Juli 2020 im Aral-Öko Camp am Ufer des Kamystybas-Sees (Aralseeregion) eine 6-kW-Solar- und Windenergieanlage eingerichtet. Das Öko-Camp ist ein gemeinsames Projekt des Staatlichen Naturschutzgebietes Barsakelmes und des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS). Eine zusätzliche alternative Energiequelle an einem solchen netzfernen Ort wird die Möglichkeiten des Öko-Camps enorm erhöhen. Unter anderem ist geplant, verschiedene Bildungsseminare und Schulungen durchzuführen.

Im Rahmen einer CADI-Biodiversitätsexpedition im Oktober 2019 wurden in Turkmenistan 13 Fledermausarten nachgewiesen. Dies erfolgte durch direkte Sichtungen an Schlafplätzen, das Einfangen mit Nebelnetzen oder durch akustische Aufzeichnung von Echoortungsrufen. Die Vielfalt und Verbreitung von Fledermäusen in Turkmenistan wurde in der Vergangenheit kaum untersucht – es war die erste Erhebung dieser Art seit vielen Jahren.

Diese Studie verfolgte zwei Ziele: Die Suche nach kryptischen Arten und ein besseres Verständnis der Verbreitung von Fledermausarten in Turkmenistan.

Für das Jahr 2021 ist eine weitere Expedition zur Vertiefung der Forschungsergebnisse geplant. Diese sollen auch der Aktualisierung des „Roten Buches Turkmenistans“ dienen.

Die Expedition wurde von einem Wissenschaftler-Team des Museums für Naturkunde Berlin durchgeführt und durch das CADI-Projekt initiiert und begleitet.

Hier zum Bericht

Der sechste CADI Newsletter ist jetzt online! Anlässlich des Welttages für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre, der jedes Jahr am 17. Juni stattfindet, informieren wir Sie über aktuelle Projektergebnisse zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der winterkalten Wüsten Zentralasiens.

Der aktuelle Newsletter steht zum Download auch in der Mediathek, hier können Sie sich auch für den Erhalt zukünftiger CADI Newsletter anmelden.

 

Auf der Suche nach einer seltenen Eidechsen-Art im Süden Kasachstans im Mai-Juni 2019 stieß die CADI Stipendiatin Marina Chirikova und ihr Team auf ein grausames Massensterben: Tiefe und steile Gräben, von Bauern zum Schutz vor Rindern um ihre Felder gezogen, wurden zu einem Grab hunderter an Tieren, v.a. Schildkröten, Schlangen und Eidechsen, darunter viele Arten des Roten Buches von Kasachstan oder unter CITES geschützte Arten.

Eine Analyse von Satellitenbildern ergab, dass solche Gräben in der Region weit verbreitet sind und auf eine Länge von mehr als 350 km geschätzt werden können. Die Zahl der Tiere, die hier jährlich verenden, dürfte daher erschreckend sein.

Die Funde der Expedition wurden dokumentiert und wissenschaftlich aufgearbeitet, u.a. im Rahmen einer Veröffentlichung. Darauf aufbauend wurden die entsprechend zuständigen staatlichen Behörden kontaktiert, mit der Bitte, diese grundsätzlich illegalen Praktiken der Grenzziehungen zu unterbinden. Bisher verliefen die Bemühungen leider erfolglos.

Das CADI Team und seine Partner in Kasachstan, v.a. der ACBK und das Institut für Zoologie, versuchen nun mit einer neuen Initiative, das Massensterben auf die politische Agenda zu bringen, u.a. mit einem Schreiben der Michael Succow Stiftung an das Ministerium für Ökologie, Geologie und Naturressourcen Kasachstans und einer Verbreitung des Themas in den Massenmedien und Social Media.

Publikation von CADI-Stipendiatin Chirikova M.A., in Koautorenschaft mit Zima Yu.A., Pestov M.V., Terentjev V.A.: About the problem of mass death of reptiles in barrage trenches in South Kazakhstan. In: Selevinia, 2019, Vol. 27, p. 111-114

Online-Artikel auf DAZ Asia (25. Mai 2020): Reptilienfriedhof im Kornfeld

Online-Artikel auf karavan.kz (18. Mai 2020): В смертельной ловушке: как животные гибнут в муках в фермерских траншея.