Am 9. Juni 2022 veranstaltete das regionale CADI-Sekretariat in Taschkent einen regionalen Workshop im Rahmen des CADI-Projekts (Central Asian Desert Initiative). Er wurde von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Staatlichen Forstkomitee der Republik Usbekistan in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald (Deutschland) und der Michael Succow Stiftung organisiert.

An der Veranstaltung nahmen Vertreter*innen von internationalen Organisationen, Entwicklungsagenturen, nationalen Partnerministerien und Mitglieder der nationalen CADI-Sekretariate aus Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan teil. Der regionale Workshop trug dazu bei, den Status als NRO, die Organisationsstruktur und das Statut des regionalen CADI-Sekretariats zu erörtern, das Arbeitsprogramm abzustimmen und Möglichkeiten der Ressourcenmobilisierung für das regionale CADI-Sekretariat zu erkunden.

Abduvohid Zakhadullayev, Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen und Ökotourismusentwicklung des Staatlichen Komitees für Forstwirtschaft der Republik Usbekistan, hob die erfolgreiche Arbeit des Projekts hervor und äußerte die Hoffnung, dass die künftige Arbeit des Regionalsekretariats zur Umsetzung der 2012 in Rio de Janeiro verabschiedeten UN-Konventionen – Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung, Übereinkommen über die biologische Vielfalt und Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen – beitragen wird.

Temurbek Reymov, Koordinator des vorläufigen CADI-Regionalsekretariats, erklärte, dass das CADI-Regionalsekretariat als Nachfolger aller CADI-Aktivitäten in Zentralasien vorgesehen ist. Zudem wies er darauf hin, dass das Sekretariat für andere Länder offen ist, die die Initiative zur Erhaltung einzigartiger Ökosysteme von globaler Bedeutung unterstützen möchten.

Foto: FAO

Regionaler Workshop: Agenda

Online-Artikel auf uzdaily.uz vom 10. Juni 20222 (auf Russisch)

Seit 2019 sammeln die Assoziation zur Erhaltung der biologischen Vielfalt Kasachstans (ACBK) und das Institut für Zoologie Daten über den Tod von Tieren in Gräben, die von Landwirten zum Schutz vor Vieh gezogen werden. Auf der Grundlage dieser Daten bereiten sie Appelle an die zuständigen Behörden vor, damit diese entsprechende Maßnahmen ergreifen. Vom 13.-15. Mai 2022 wurde in der Oblast Turkestan eine weitere Untersuchung im Rahmen des CADI Projekts durchgeführt.

Landwirte in der Oblast heben bis zu 2,2 m tiefe Gräben aus, um ihr Land abzugrenzen. Diese werden zu Todesfallen für Reptilien – Schildkröten, Eidechsen, Schlangen -, sowie für einige Haustiere. Im Sommer 2021 begann das Akimat der Region nach einer Reihe von Aufrufen und Veröffentlichungen, das Problem anzugehen. Es wurde angeordnet, die Gräben zu beseitigen. Die regionale Bodenaufsichtsbehörde führte eine Bestandsaufnahme durch und stellte fest, dass 216 Landnutzer in 17 Bezirken die Gräben nutzten. Die Landwirte wurden zu Bußgeldern verurteilt, und ein Teil der Gräben wurde von ihnen selbst zugeschüttet.

Einige der Gräben sind allerdings immer noch nicht beseitigt worden und bestehen seit 2019. Einer der längsten beträgt 35 km und befindet sich an der Grenze der Bezirke Keles und Saryagash. Im Mai 2022 wurden 113 Reptilien auf einer Strecke von 4 km aus diesem Graben gerettet. Im vergangenen Mai wurden etwa 250 Tiere aus einem 7 km langen Abschnitt desselben Grabens befreit.

Angesichts der Gesamtlänge schätzt der ACBK, dass darin jedes Jahr bis zu 1.000 Reptilien an Dehydrierung, Erschöpfung oder durch Überflutung mit Regenwasser sterben, abgesehen von der großen Zahl wirbelloser Tiere.

Quelle: ACBK

Am 28. Januar 2022 haben die Staaten Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan die Unterlagen für die Nominierung der Kaltwinterwüsten von Turan als UNESCO-Weltnaturerbe eingereicht.

In Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald und der Michael Succow Stiftung haben wir anlässlich der Nominierung einen Film gedreht. Der Film zeigt die landschaftliche und biologische Einzigartigkeit der winterkalten Wüsten Zentralasiens.

Anlässlich des Internationalen Tags der Umwelt (5. Juni) wurde am 1. Juni 2022 das Naturinformations- und Besucherzentrum „Natur der Karakum-Wüste“ offiziell eröffnet. Das neue Infozentrum befindet sich im Forschungs- und Versuchszentrum Chalysh des staatlichen Naturschutzgebiets „Bereketli Garagum“ in Turkmenistan.

Das Informations- und Besucherzentrum entstand im Rahmen des CADI Projekts. An der feierlichen Eröffnung nahmen etwa 25 Vertreter*innen des turkmenischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umweltschutz, des Umweltschutzdienstes, des staatlichen Naturschutzgebiets „Bereketli Garagum“, des Sekretariats der Nationalen UNESCO-Kommission in Turkmenistan, des WWF, der Naturschutzgesellschaft Turkmenistans sowie Lehrer*innen der örtlichen Schulen und Medienvertreter*innen teil.

Das Zentrum ist in Form einer turkmenischen Jurte gebaut und mit Solarpanelen ausgestattet. Es soll in erster Linie der Umweltbildung dienen und die Öffentlichkeit über das Ökosystem der winterkalten Wüsten Turans, mit Schwerpunkt auf der Karakum-Wüste, informieren. Zu diesem Zweck wurden eine Fotoausstellung organisiert und Informationsmaterial über Flora und Fauna ausgearbeitet.

Im Januar 2022 wurde die transnationale Welterbenominierung der Winterkalten Wüsten von Turan von den Staaten Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan bei der UNESCO eingereicht. Der Nominierungsprozess wurde von CADI wissenschaftlich und organisatorisch begleitet. Das neue Infozentrum stellt Informationen über die Nominierung bereit und könnte im Falle der Anerkennung als Welterbeinfozentrum dienen.

Artikel im Online-Journal „Turkmenistan – Golden Age“ vom 2. Juni 2022

In der Kyzylkum-Wüste in Usbekistan sollen zwei neue Naturschutzgebiete entstehen.

Auf Grundlage eines Präsidialerlasses werden im Bezirk Uchkuduk in der Region Navoi auf einer Fläche von 1,2 Millionen Hektar der Nationalpark Zentralkyzylkum und im Bezirk Tamdy auf einer Fläche von 40.000 Hektar das Staatsreservat Aktau-Tamdy eingerichtet.

Beide Gebiete werden unter dem Staatlichen Komitee der Republik Usbekistan für Ökologie und Umweltschutz errichtet und sollen dazu beitragen, die einzigartigen Ökosysteme der Kyzylkum-Wüste zu erhalten. Angesichts der globalen Verantwortung für die Erhaltung der winterkalten Wüsten hat die Regierung Usbekistans in den letzten Jahren konsequent neue Schutzgebiete eingerichtet.

Das CADI Projekt gratuliert dem Staatlichen Komitee für Ökologie zu dieser wichtigen Errungenschaft und bekundet seine Unterstützung bei den weiteren Bestrebungen zur Erhaltung der winterkalten Wüsten.

Am 9. Februar 2022 führte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zusammen mit Experten der Universität Freiburg einen virtuellen Workshop durch. Das Webinar widmete sich den integrierten Landnutzungsmanagementsystemen (ILUMS) in Usbekistan.

Ziel des Workshops war es, den nationalen Partnern aus Usbekistan die im Rahmen des CADI Projekts durchgeführten Forschungsarbeiten vorzustellen. An dem Workshop nahmen Vertreter des Staatlichen Forstkomitees Usbekistans sowie Diplomanden und Doktoranden der lokalen Universitäten teil.

Während des Workshops diskutierten die Teilnehmer bewährte Praktiken in der Agroforstwirtschaft, analysierten den aktuellen Stand der integrierten Landnutzungssysteme in der Region und tauschten mögliche Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit zwischen den Organisationen aus. Vertreter akademischer Einrichtungen aus Usbekistan bekundeten ihr Interesse an einer künftigen akademischen Zusammenarbeit in Form gemeinsamer Postgraduiertenprogramme zur Stärkung der Kapazitäten lokaler Fachkräfte.

Professoren der Universität Freiburg erörterten das Potenzial der Agroforstwirtschaft als gewinnbringendes Geschäftsfeld in Usbekistan und lieferten detaillierte Informationen zu den Problemen im Zusammenhang mit gemeinsamen Bewirtschaftungsvereinbarungen sowie Empfehlungen für die künftige Arbeit.

Darüber hinaus präsentierten die Forscher Empfehlungen für die gemeinsame Bewirtschaftung in der Agroforstwirtschaft, darunter die Einrichtung eines Kontrollsystems für die Erhaltung, Wiederherstellung und Vermehrung der Wälder, die Schaffung eines Buchhaltungs- und Überwachungssystems sowie eines integrierten Systems für die Planung und Überwachung der Produktion und Bewirtschaftung verschiedener Arten von forstwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Quelle: https://www.uzdaily.uz/en/post/71335

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Nach über zweijähriger intensiver Vorbereitung haben Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan am 28. Januar ihre Unterlagen zur Nominierung der Winterkalten Wüsten von Turan als UNESCO Weltnaturerbestätte bei der UNESCO in Paris eingereicht.

Die transnationale Nominierung umfasst insgesamt 15 Komponenten aus sieben Wüstenschutzgebieten der drei Länder. Im Rahmen eines Memorandum of Understanding, das Teil der Nominierung ist, vereinbarten die Staaten länderübergreifende Mechanismen zum Management und zum Schutz der nominierten Stätte, die insgesamt eine Fläche von ca. 3,4 Millionen Hektar aufweist.

Der außergewöhnliche universelle Wert der winterkalten Wüsten von Turan wird durch die bedeutenden sich im Gang befindlichen ökologischen und biologischen Prozesse in den winterkalten Wüsten sowie ihre Bedeutung als Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten begründet. 

Der Nominierungsprozess wurde vom CADI Projekt wissenschaftlich und organisatorisch unterstützt. Den Grundstein für das gemeinsame Vorgehen wurde im Januar 2020 während eines CADI Workshops auf der Ostseeinsel Vilm gelegt. Zum Abschluss bekundeten die 25 Vertreter der drei Staaten in der Vilm-Deklaration ihren Willen zur gemeinsamen Vorbereitung der transnationalen Nominierung.

Artikel der IKI (16.02.2022)

Artikel in der DAZ-Asia (31.01.2022)

Am 21. Dezember fand in Aschgabat ein Abschlussworkshop zur Umsetzung der CADI Projektaktivitäten in Turkmenistan statt.

Die CADI Projektumsetzung in Turkmenistan startete 2018, nach einem umfangreichen Prozess der Projektregistrierung. Diese läuft Ende Dezember aus. In den vier Jahren wurde ein umfangreiches Maßnahmenpaket umgesetzt, schwerpunktmäßig in den Schutzgebieten Bereketli Garagum, Gaplangyr und Repetek. Für alle drei Schutzgbeiete wurden erstmals 5-jährige Managementpläne entwickelt, die 2022 in Kraft treten. Im Rahmen von verschiedenen Biodiversitätsexpeditionen in die Wüsten wurden wichtige Grundlagendaten gesammelt zur Flora und Fauna, die u.a. in die Vorbereitung der Nominierung der Schutzgebiete als Komponenten der geplanten transnationalen Welteberstätte Cold Winter Deserts of Turan eingeflossen sind.

Zur Verbesserung des Managements der Schutzgebiete wurden Trainings zum Monitoring durchgeführt, zudem wurden die Gebiete mit technischer Ausrüstung versorgt, von Feldausrüstung bis hin zu Geländefahrzeugen. Im Schutzgebiet Bereketli Garagum wurde im Rahmen von CADI zudem das Informations- und Besucherzentrum „Natur der Karakum-Wüste“ eingerichtet und ausgestattet.

Die Aktivitäten in Turkmenistan wurden von der Succow Stiftung umgesetzt. Partner vor Ort war das Ministerium für Landwirtschaft und Umweltschutz.

Artikel im Online-Journal „Turkmenistan Golden Age“ (22. Dezember 2021)


Am 2. und 3. Dezember 2021 fand in Taschkent eine Internationale Konferenz zu winterkalten Wüsten statt. Die vom CADI Projekt in Zusammenarbeit mit FAO Usbekistan organisierte Konferenz versammelte Wissenschaftler und Fachexperten, die ihre Abstracts zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, nachhaltigen Landnutzung, Ökosystemleistungen, Ernährungssicherheit und Wassernutzung in winterkalten Wüsten Zentralasiens vorstellten.

Ziel der Konferenz war es, das Bewusstsein für die Bedeutung der winterkalten Wüsten zu stärken und die internationale Zusammenarbeit zu ihrem Schutz zu fördern. Die winterkalten Wüsten, die sich vom Nordiran über Zentralasien bis in die Mongolei erstrecken, sind weltweit einzigartige Naturräume. Trotz ihrer großen Bedeutung sind die winterkalten Wüsten laut einer Studie der Weltnaturschutzunion (IUCN) das weltweit am wenigsten wahrgenommene Biom.

Insgesamt wurden 62 Abstracts für die Konferenz ausgewählt. Die vollständigen Beiträge werden 2022 veröffentlicht. Die Agenda der Konferenz finden Sie hier.

Bericht über die Konferenz (eng.): FAO Uzbekistan Newsletter