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Die Central Asian Desert Initiative (CADI) hat ihren ersten Call for abstracts zur Teilnahme an der Internationalen Konferenz zu winterkalten Wüsten im Dezember 2021 in Taschkent veröffentlicht.

Ziel der Konferenz ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der winterkalten Wüsten zu stärken und die internationale Zusammenarbeit zu ihrem Schutz zu fördern. Erfolgreiche Bewerber haben die Möglichkeit, ihre Forschungspapiere während der Konferenz zu präsentieren.

Ausgewählte Abstracts werden als Sammelband veröffentlicht, die vollständigen Beiträge werden in den Tagungsband aufgenommen.

Die Frist für die Einreichung von Abstracts wurde bis zum 15. August 2021 verlängert. Die ausgewählten Abstracts werden spätestens am 15. September 2021 bekannt gegeben. Die Autoren werden gebeten, die vollständigen Beiträge bis zum 15. Oktober 2021 einzureichen.

Call for abstracts (Englisch)

Call for abstracts (Russisch)

Das grausame Massensterben von Tieren in Gräben, die von Bauern zum Schutz vor Rindern um ihre Felder gezogen werden, wurde erstmals im Mai-Juni 2019 während einer CADI-Expedition im Bezirk Saryagash in der Region Turkestan entdeckt. Im selben Jahr wurden Artikel und Medienberichte verfasst und Appelle an staatliche und regionale Behörden gerichtet, um eine Problemlösung zu finden.

Im Mai 2021 stieß ein Expertenteam des IUCN-Projekts „Save Our Species“ während einer Expedition in der Region Turkestan zufällig erneut auf das oben beschriebene Problem: In dem untersuchten Graben mit einer Länge von 7 km wurden 286 Tiere gefunden, wovon die meisten noch lebten und in Sicherheit gebracht werden konnten. Durch die Unterstützung des Akimats der Region Turkestan löste das  Problem erneut große Resonanz in der Öffentlichkeit aus: Eine TV-Reportage wurde gesendet, Freiwillige engagierten sich für die Rettung der Schildkröten, Treffen mit Mitarbeitern des Bezirksgrundstückskomitees und der Gebietsinspektion für Wildtierschutz fanden statt.

Vom 7. bis 11. Juni führte eine Gruppe von drei Personen – Maxim Yaganin (Institut für Zoologie), Gaisha Nurpeiskyzy (Institut für Zoologie) und Vladimir Terentyev (ACBK) – im Rahmen des CADI-Projekts weitere Untersuchungen zu den Gräben durch. Die Hauptaufgabe bestand darin, genaue Standortdaten der Gräben zu ermitteln. Die durch die Analyse von Satellitenbildern der Region Turkestan gewonnenen Daten bestätigen die Gesamtlänge der Gräben über mehrere hundert Kilometer.

Die Behörden haben inzwischen die Zuschüttung sämtlicher Gräben veranlasst. Während des Feldbesuches konnten erste Zuschüttungen von Gräben bereits beobachtet sowie weitere Tiere vor dem sicheren Tod gerettet werden.

Der Leopard Tau Sheri wurde in dieser Woche 250 km nördlich des Naturreservats Ustjurt (Kasachstan) tot aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind noch nicht endgültig geklärt. Sein Verschwinden lässt uns jedoch traurig zurück. Tau Sheri war der Anstoß für die Aufnahme des Persischen Leoparden in das Rote Buch von Kasachstan, für die Ausarbeitung eines Aktionsplans zum Schutz des Persischen Leoparden in Kasachstan und für die Verbesserung grenzüberschreitender wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Turkmenistan.

Der Leopard, der im Rahmen eines Wettbewerbs auf den Namen Tau Sheri getauft wurde, wurde von September 2018 bis Februar 2021 wiederholt an verschiedenen Stellen des Ustjurter Naturreservats mit Hilfe von Kamerafallen gesichtet. Seitdem gab es keinen Nachweis mehr. Nun haben wir traurige Gewissheit über sein Schicksal.

Letztes Foto von Tau Sheri im Februar 2021 im Naturreservat Ustjurt

 

Ende Mai fanden im Rahmen des CADI Projekts zwei Workshops zum Monitoring und Management der Wüstenschutzgebiete Turkmenistans statt.

Der Monitoring-Workshop vom 29.-30. Mai widmete sich in einem ersten theoretischen Teil dem Monitoring der Flora sowie verschiedener Faunengruppen – Vögel, Säugetieren, Amphibien und Reptilien. Hierbei wurden Vorschläge zur Entwicklung von Methoden und Routen für das Monitoring in den Wüstenschutzgebieten Bereketli Karakum, Repetek und Kaplankyr entwickelt. Diese Schutzgebiete wurden von Turkmenistan als Cluster der geplanten transnationalen Welterbenominierung „Winterkalte Wüsten von Turan“ vorgeschlagen, die 2022 eingereicht werden soll.

Der Workshop wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umweltschutz Turkmenistans durchgeführt. An dem Workshop nahmen die wissenschaftlichen Leiter und weitere Mitarbeiter von insgesamt neun Naturschutzgebieten Turkmenistans teil.

Nach der Theorie folgten praktische Exkursionen in die drei Naturschutzgebiete, um vor Ort die Monitoring-Routen zu begutachten und Zeiten und Häufigkeiten ihrer Begehung festzulegen. Nach ihrer Abstimmung sollen diese Routen die Grundlage für zukünftige Forschungs- und Monitoringaktivitäten bilden, entsprechend der UNESCO Bestimmungen für Welterbestätten.

In einem weiteren CADI Workshop am 31. Mai in Aschgabat wurden der Stand und die weitere Ausarbeitung der Managementpläne für die Wüstenschutzgebiete Bereketli Karakum, Repetek und Kaplankyr diskutiert. Die 5-Jahres-Managementpläne sind obligatorischer Bestandteil des Nominierungsdossiers „Winterkalte Wüsten von Turan“.

An dem Management-Seminar nahmen Vertreter des turkmenischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umweltschutz und seiner nachgeordneten Strukturen teil: des Umweltschutzdienstes, des Dienstes für Landressourcen, der staatlichen Naturschutzgebiete Turkmenistans (Bereketli Karakum, Repetek, Kaplankyr und Kopetdag) sowie des Nationalen Sekretariats für UNESCO in Turkmenistan.

Von sowjetischen Wissenschaftlern durchgeführte Studien zu Wüsten liegen größtenteils nur in Papierform vor und sind daher nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Um einen Teil dieser wissenschaftlichen Literatur einem größeren Publikum vorzustellen, hat das СADI-Team erstmalig verschiedene relevante Artikel aus der internationalen Zeitschrift „Probleme der Wüstenentwicklung“ aus den Jahren 1967 bis 1999 digitalisiert.

Die Zeitschrift „Probleme der Wüstenentwicklung“ wird vom Nationalen Institut für Wüstenflora und -fauna in Turkmenistan im Rahmen von UNEP und ESCAP herausgegeben. Sie gehört weltweit zu den wenigen Zeitschriften, die die wichtigsten Ergebnisse zu Forschung und Entwicklung von Trockengebieten darstellt und damit eine wichtige Informationsquelle über Wüsten bietet.

Ausgewählte Artikel finden Sie auf unserer Website im Russischen, mit einer Zusammenfassung im Englischen.

Mit einem Kick-off Workshop am 29. April begann die Erarbeitung eines NAMA in Usbekistan zum Schutz und der Restauration von Wüstenhabitaten in Zentralasien. An dem Online-Workshop nahmen ca. 30 Teilnehmer aus Politik, Internationalen Organisationen, wissenschaftlichen Institutionen und NGOs teil. Die Erarbeitung des NAMA wird von der Michael Succow Stiftung im Rahmen des CADI Projekts unterstützt.

NAMA (Nationally Appropriate Mitigation Action) ist ein Finanzierungsinstrument unter der Klimarahmenkonvention UNFCCC. Es unterstützt Partnerländer dabei, ambitionierte Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen.

An der NAMA Entwicklung in Usbekistan beteiligen sich renommierte Ökologen und Politiker. Ziel ist die Wiederherstellung natürlicher Saxaul-Vegetationsgesellschaften der turanischen Wüsten. Diese stellen in ihrem Ausmaß eine bedeutende Senkenfunktion für Treibhausgasemmissionen dar, sind aber durch nicht-nachhaltige Nutzung, vor allem durch Beweidung und Feuerholzentnahe, stark degradiert. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen der Universität Greifswald sind nur noch ca. ¼ der zentralasiatischen Saxaulgesellschaften erhalten.

Programm

Das Filmteam des YouTube Kanals „Vse Kak U Zverei“ hat einen neuen Clip veröffentlicht: „Aralsee: Gibt es ein Leben nach dem Tod?“. In dieser Folge geht es um eine der größten vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen – das Verschwinden des Aralsees. Die Gründe dafür, die Folgen und Auswirkungen der Austrocknung des Sees sowie die aktuellen Entwicklungen werden dargestellt.

Hier der Videolink

Ermöglicht wurden die Filmexpeditionen von der Michael Succow Stiftung im Rahmen des CADI-Projekts.

Die CADI Bemühungen um den Schutz des Persischen Leoparden in Zentralasien haben Erfolg: Seit dem 5. April 2021 ist der Persische Leopard nun endlich im Roten Buch Kasachstans eingetragen.

Der Nachweis des Persischen Leoparden im Staatlichen Naturreservat Ustjurt (Kasachstan) erfolgte u.a. mit Hilfe von Kamerafallen, in die der Leopard seit 2018 regelmäßig tappte. Auf Grundlage der Daten wurde vom ACBK eine wissenschaftliche Begründung zur Aufnahme des Persischen Leoparden in das Rote Buch Kasachstans sowie ein Aktionsplan zum Schutz des Leoparden in Kasachstan erarbeitet. Der Aktionsplan soll demnächst in die kasachische Gesetzgebung eingehen.

Mit dem Neuzugang umfasst das Rote Buch Kasachstan nun insgesamt 400 Pflanzen- und 133 Wirbeltierarten.

Rote Liste Kasachstans um drei Arten reicher | Deutsche Allgemeine Zeitung (daz.asia)

Persischer Leopard (Panthera pardus saxicolor)

Persian Leopard (Panthera pardus saxicolor )

Die beiden neuen Koordinatoren des Regionalen Interim-CADI Wüstensekretariats in Taschkent (Usbekistan) haben ihre Arbeit aufgenommen.

Das Sekretariat soll Projektaktivitäten der Mitgliedsländer vorantreiben, die dem Erhaltung der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Nutzung der winterkalten Wüsten dienen. Das CADI-Projekt wird 2021 die ersten Aktivitäten unterstützen.

Zu den unmittelbaren Aufgaben des neuen Teams gehören die Einigung über die Zusammensetzung der nationalen CADI-Sekretariate in Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan sowie die Entwicklung eines Fünf-Jahres-Arbeitsplans für das Interim-Regionalsekretariat.

Die Grundlage für das Sekretariat wurde während eines Regionalworkshops in Taschkent im Jahr 2019 gelegt. Hier bekundeten die Teilnehmer aus Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan ihre deutliche Unterstützung für die Einrichtung eines Interim-Regionalsekretariats der CADI, was in der abschließenden Taschkent-Deklaration zum Ausdruck gebracht wurde.