Auf der Suche nach einer seltenen Eidechsen-Art im Süden Kasachstans im Mai-Juni 2019 stieß die CADI Stipendiatin Marina Chirikova und ihr Team auf ein grausames Massensterben: Tiefe und steile Gräben, von Bauern zum Schutz vor Rindern um ihre Felder gezogen, wurden zu einem Grab hunderter an Tieren, v.a. Schildkröten, Schlangen und Eidechsen, darunter viele Arten des Roten Buches von Kasachstan oder unter CITES geschützte Arten.

Eine Analyse von Satellitenbildern ergab, dass solche Gräben in der Region weit verbreitet sind und auf eine Länge von mehr als 350 km geschätzt werden können. Die Zahl der Tiere, die hier jährlich verenden, dürfte daher erschreckend sein.

Die Funde der Expedition wurden dokumentiert und wissenschaftlich aufgearbeitet, u.a. im Rahmen einer Veröffentlichung. Darauf aufbauend wurden die entsprechend zuständigen staatlichen Behörden kontaktiert, mit der Bitte, diese grundsätzlich illegalen Praktiken der Grenzziehungen zu unterbinden. Bisher verliefen die Bemühungen leider erfolglos.

Das CADI Team und seine Partner in Kasachstan, v.a. der ACBK und das Institut für Zoologie, versuchen nun mit einer neuen Initiative, das Massensterben auf die politische Agenda zu bringen, u.a. mit einem Schreiben der Michael Succow Stiftung an das Ministerium für Ökologie, Geologie und Naturressourcen Kasachstans und einer Verbreitung des Themas in den Massenmedien und Social Media.

Publikation von CADI-Stipendiatin Chirikova M.A., in Koautorenschaft mit Zima Yu.A., Pestov M.V., Terentjev V.A.: About the problem of mass death of reptiles in barrage trenches in South Kazakhstan. In: Selevinia, 2019, Vol. 27, p. 111-114

Online-Artikel auf DAZ Asia (25. Mai 2020): Reptilienfriedhof im Kornfeld

Online-Artikel auf karavan.kz (18. Mai 2020): В смертельной ловушке: как животные гибнут в муках в фермерских траншея.