Auf den Spuren des Persischen Leoparden – Expedition zum Ustjurt-Plateau

Am 24. November endete eine zehntägige Ustjurt-Expedition des ACBK, gemeinsam mit dem Komitee für Forstwesen und Tierwelt des Ministeriums für Landwirtschaft Kasachstans. Ziel der Expedition war es, den vor kurzem mit einer Kamerafalle aufgenommenen Persischen Leoparden ausfindig zu machen.

Um eine dauerhafte Beobachtung zu ermöglichen und die Wahrscheinlichkeit einer neuen Sichtung zu erhöhen, wurden im Rahmen der Expedition 18 Kamerafallen aufgestellt, dazu Geruchs- und Futterköder ausgelegt. Die Beobachtungen sollen bis Mitte Januar 2019 andauern.

Während der Leopard leider nicht gesichtet werden konnte, gab es andere interessante Entdeckungen: einen Karakal, sowie einen Brandt’s Igel, der normalerweise zu dieser Jahreszeit Winterschlaf hält. Außerdem wurde ein junges Urial-Weibchen gefunden, das aller Wahrscheinlichkeit nach von einem Leoparden gerissen wurde.

Side-Event auf der COP14 UNCBD

Am 26. November fand ein Side-Event auf der COP14 UNCBD (Sharm El Sheik) zum Thema „Innovationen für nachhaltige Landnutzung in Zentralasien: Umsetzung der Aichi-Ziele 4,7,8 und 19“ statt. Die Michael Succow Stiftung hat hier Aktivitäten und Ergebnisse aus dem CADI Projekt vorgestellt.

Einladungsflyer

Aufbau einer virtuellen Flora Zentralasiens

Wertvolle botanische Sammlungen Zentralasiens, derzeit nur verfügbar in Herbararchiven der zentralasiatischen Hauptstädte, sollen online gehen und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Hierzu nehmen derzeit 11 Gastwissenschaftler aus Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan an einem einwöchigen Workshop in Greifswald teil. Ziel des Seminars ist die Vermittlung von Kenntnissen, wie Herbarbelege im Internet katalogisiert werden können.

Grundlage dafür bildet ein an der Universität Greifswald entwickeltes Datenbanksystem, das bereits für die Flora der Mongolei online verfügbar ist. Mittelfristig sollen für alle in der Region vorkommenden Pflanzenarten Herbarbelege online gestellt werden. Unter den bislang in Herbarschränken lagernden Belegen befinden sich noch Ergebnisse von Forschungsexpeditionen nach Zentralasien aus fast 200 Jahren, darunter auch von einigen bedeutenden deutschen Botanikern wie Schrenk, Lehmann oder Riegel.

Das Vorhaben wird im Rahmen von zwei Projekten gefördert: Während über CADI der Aufbau des digitalen Herbars in Kasachstan und Turkmenistan unterstützt wird, fördert ein Projekt des BMBF die Arbeit mit den usbekischen Botanikern. Beide Projekte werden umgesetzt durch die Michael Succow Stiftung gemeinsam mit der Universität Greifswald.

Persischer Leopard in Ustyurt gesichtet

Im Ustyurt-Zapovednik (Kasachstan) wurde ein Persischer Leopard (Panthera pardus ciscaucasica) gesichtet. In Kasachstan waren in den letzten Jahrzehnten nur wenige verlässliche Fakten über Begegnungen mit dem Tier bekannt. Offiziell ist der Leopard nicht einmal auf der Liste der Fauna des Landes aufgeführt.

Die einzigartige Entdeckung wurde im Rahmen eines Projekts der Rufford-Stiftung zur ergänzenden Fütterung von Geiern gemacht, das zum zweiten Mal in dem Schutzgebiet durchgeführt wird. Koordinator des Projekts ist Zhaskairat Nurmukhambetov, stellvertretender Direktor des Schutzgebiets für Wissenschaft. Mitarbeiter des Schutzgebiets legen regelmäßig Fleischköder an drei verschiedenen Stellen aus, die mit Kamerafallen ausgestattet sind. Wie sich nun zeigt, sind solche Angebote nicht nur für Geier, sondern auch viele vierbeinige Bewohner des Reservats attraktiv: für Raubtiere (Wölfe, Füchse, Steppenkatzen, Karakale) ebenso wie für Huftiere (Ustyurt-Schafe, Gazellen).

Das CADI-Projekt unterstützt das Ustyurt-Zapovednik bei der Verbesserung seines Managements. Um mehr über den Zustand des Leoparden herauszufinden, ist der Projektpartner ACBK jetzt zu einer Expedition in die Region aufgebrochen.

Heißer Start für neue CADI Stipendiatin

CADI-Stipendiatin, Mitarbeiterin im Forschungsinstitut für Zoologie beim Ministerium für Bildung und Forschung in Kasachstan, Marina Tschirikowa, widmet sich in ihrem Alltag nicht nur  Forschungsaufgaben, sie engagiert sich darüber hinaus auch für Umweltbildung von Kindern, Jugendlichen und Studierenden.

Kurz nach ihrer ersten Expedition in die südkasachische Region Tschuli organisierte Frau Tschirikowa ein Seminar für SchülerInnen der Schule Nr. 5 in Almaty. Hauptthemen des Seminars waren der Schutz winterkalter Wüsten sowie der Schutz gefährdeter Amphibien- und Reptilienarten in Kasachstan. Im Anschluss hielt die CADI-Stipendiatin einen Vortrag zur Reptilienvielfalt an der Kasachischen Nationalen Pädagogischen Universität.

„Bildungsmaßnahmen, insbesondere zum Schutz von Reptilien, sind nicht immer einfach durchzuführen“, berichtet Marina Tschirikowa. „Menschen haben viele Vorurteile gegenüber den Vertretern der Herpetofauna.“

Nichtsdestotrotz hält Marina Tschirikowa die Bildungsarbeit für einen wichtigen Bestandteil der Wissenschaft. Geplant sind weitere Vorträge an Schulen sowie die Fortsetzung ihrer Arbeit an einer naturschutzrelevanten Literaturübersicht im Rahmen des CADI-Projektes.

Auf der wissenschaftlichen Konferenz „Ökologie und Erhalt der Tierwelt“ am 6. November 2018 hielt Marina einen Vortrag zum Thema „Herbstaktivität von Reptilien in Südkasachstan.“

Open Standards Workshop in Barsakelmes (Kasachstan)

Das Zapovednik Barsakelmes (IUCN Ia) war früher eine Insel im Aralsee. Nach der dramatischen Schrumpfung des Aralsees ist der Zapovednik zum Festlandteil geworden. Viele Pflanzengesellschaften haben sich seitdem grundlegend verändert, auf dem Grund des Aralsees stellen sich Sukzessionsstadien neuer Vegetation ein. Stark bedrohte Huftierarten wie Saiga-Antilopen, Wildesel und Kropfgazellen haben ihre natürlichen Habitate verloren, ihre Populationen haben sich stark reduziert.

Zusammen mit dem ACBK – dem nationalen CADI Partner in Kasachstan -, der Schutzgebietsverwaltung von Barsakelmes, Mitarbeitern des International Fund for Saving the Aral Sea (IFAS), Wissenschaftlern sowie NGO-Vertretern hat die Michael Succow Stiftung eine zweitägige Gebietsbereisung und Ökosystem-Analyse, gefolgt von einem 4-tägigen Open Standards Workshop durchgeführt. Die Open Standards for the Practice of Conservation unterstützen Schutzgebietsmanager in der systematischen Planung, Umsetzung und Monitoring ihrer Schutzbemühungen und passen diese bedarfsweise und wissensbasiert an.

Während des Workshops wurden die Bedrohungen und Stressfaktoren auf die Schutzziele des Gebietes grundlegend und umfassend analysiert. Darauf aufbauend haben die Workshopteilnehmer, moderiert durch Mitarbeiter der Michael Succow Stiftung, Strategien zu deren Verringerung, identifiziert.

Workshop zum Weltbiodiversitätsrat IPBES in Astana

Astana – ein Einführungsseminar, fokussiert auf die Struktur und Prozesse des zwischenstaatlichen Gremiums für Biodiversität und Ökosystemleistungen (auch Weltbiodiversitätsrat, im Englischen Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services – IPBES) fand am 20. September 2018 in der Hauptstadt Kasachstans statt.
Die Veranstaltung wurde von CADI organisiert, um die internationale Zusammenarbeit für den Naturschutz in Zentralasien zu unterstützen. Es wurde deutlich, dass durch den Beitritt der zentralasiatischen Länder zur IPBES-Plattform Experten der zuständigen Regierungsstellen, akademischen Einrichtungen und NGO’s sowohl ihre Kapazitäten als auch ihren Einfluss auf die internationale Agenda deutlich vergrößern können. An der Veranstaltung nahmen Entscheidungsträger aus Regierungsbehörden sowie Vertreter wissenschaftlicher, nichtstaatlicher und internationaler Organisationen aus Kasachstan teil.

IPBES Workshop in Taschkent

Am 18. September fand in Taschkent ein Workshop zu IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) statt. Die Veranstaltung wurde von CADI organisiert, um die internationale Naturschutz-Zusammenarbeit in Zentralasien zu unterstützen. Hauptziel des Workshops war die Einführung in die Struktur und Prozesse von IPBES. Durch den Beitritt der zentralasiatischen Länder zur Plattform könnten Experten der zuständigen Regierungsstellen, akademischen Einrichtungen und NGO’s sowohl ihre Kapazitäten als auch ihren Einfluss vergrößern. An der Veranstaltung nahmen Entscheidungsträger aus Regierungsbehörden sowie Vertreter von wissenschaftlichen, nichtstaatlichen und internationalen Organisationen aus Usbekistan und Tadschikistan teil.

Wüsten-Bezwinger erhält Präsidenten-Orden

Der Held der Reportage „Bezwinger der Wüste“ von „Gazeta.uz“ ist vom Präsidenten der Republik Usbekistan mit dem Orden „Dustlik“ (Freundschaft) ausgezeichnet worden. Die Foto,- Video,- und Audio-Reportage wurde von CADI initiiert.

Der Preisträger, ein Farmer aus der Surchandarya-Wüste in Usbekistan, hatte den Kampf aufgenommen gegen den Rückgang der Saxaul-Wüstenwälder, resultierend aus dem aktuellen  Landmanagement. Zusammen mit seiner Familie pflanzte er 15.000 Saxaul-Setzlinge und verwandelte somit leblosen Sand in einen 50 ha großen Wald. Dies entspricht der Größe von etwa 35 Fußballfeldern.

Der Einsatz des Farmers zeigt, wie angepasstes Weidemanagement sowohl die Lebensgrundlagen nachhaltig sichern als auch das Wüstenökosystem erhalten kann.

 

Der Geist vom Aral

Im Rahmen von CADI entstand eine beeindruckende Foto,- Video,- und Audioreportage über einen der geheimnisvollsten Orte Usbekistans: der Geisterstadt Aralsk-7. Die heute komplett verlassene Stadt lag auf der Insel Vozrozhdenie im Aralsee. Aufgrund dessen Austrocknung ist die Insel heute Teil des Festlandes. Hier entsteht nun ein neues, einzigartiges Wüstenökosystem.

Journalist: Nikita Makarenko, Fotograf: Elyor Nematov

Reportage