IPBES Workshop in Aschgabat

Im Rahmen des CADI-Projektes fand am 16. Mai anlässlich des bevorstehenden Internationalen Tages der Biologischen Vielfalt ein IPBES-Workshop (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) in Aschgabat statt.

Während des Seminars wurden die Ziele, Mechanismen und aktuelle Ergebnisse der Plattform ebenso präsentiert wie die Vorteile, die eine IPBES Mitgliedschaft bietet. Turkmenistan hat derzeit Beobachterstatus des mittlerweile 132 Länder umfassenden Gremiums.

Die abschließende Diskussion machte deutlich, dass durch einen möglichen Beitritt Turkmenistans zur IPBES-Plattform Experten der zuständigen Regierungsstellen, akademischen Einrichtungen und NGO’s ihren Zugang zu aktuellen regionalen wissenschaftlichen Ergebnissen zur Biodiversität und Ökosystemleistungen erheblich vergrößern können. Ebenso steigt der Einfluss des Landes auf die internationale Agenda. Die Entscheidung über einen Beitritt des Landes trifft die jeweilige Regierung.

An der Veranstaltung nahmen etwa 25 Entscheidungsträger aus Regierungsbehörden sowie Vertreter wissenschaftlicher, nichtstaatlicher und internationaler Organisationen aus Turkmenistan teil.

Weitere Infos zu IPBES

CADI Expedition zum südlichen Ustjurt

Im Rahmen des CADI Projekts fand vom 18.-29. April 2019 die insgesamt dritte Expedition in das südliche Ustjurt, einschließlich der Klippen von Kaplankyr (Region Mangystau), statt. Ziel der Expedition war, Informationen zur biologischen Vielfalt und zu anthropogenen Umwelteinflüssen zu sammeln.

Bedeutendste Entdeckung war der seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtete Kulan (Equus hemionus). Entdeckt wurde er an der Grenze zwischen Kasachstan und Usbekistan.

Auf der 115 km langen Expeditionsroute wurden ferner 119 Kropfgazellen gesichtet, was die Ergebnisse früherer Expeditionen deutlich übertrifft und die Bedeutung vom südlichen Ustjurt als einem wichtigen Lebensraum für Kropfgazellen unterstreicht.

Während der Expedition wurden darüber hinaus Kamerafallen aufgestellt, die im Herbst 2019 ausgewertet werden sollen. Die Ergebnisse der drei CADI Expeditionen sollen als Grundlage zur Schaffung eines neuen Schutzgebiets im südlichen Ustjurt dienen.

An der Expedition nahmen der Zoologe Mark Pestov (CADI Projektberater), Zhaskairat Nurmukhambetov (stellvertretender Direktor des Schutzgebiets Ustjurt), Aktan Mukhasov (wissenschaftlicher Mitarbeiter des Schutzgebiets Ustjurt), Nurlykhan Ismailov (Mitglied der NGO „Koldau-Kasachstan“) sowie der CADI Projektkoordinator für Kasachstan, Vladimir Terentiev, teil.

Seminar zum SMART-System in Astana

Vom 11.-20. März hat der ACBK ein Seminar zu Spatial Monitoring and Reporting Tool (SMART) und dessen Implementierung in Kasachstan durchgeführt. An dem Workshop nahmen Mitarbeiter von Schutzgebieten, Vertreter der Organisation OkhotZooProm sowie des ACBK teil.

Im Rahmen der Schulung gaben die SMART-Experten Michiel Hoette und Igor Kolodin von der Wildlife Conservation Society (WCS) eine Einführung über den Ansatz und die Ziele des Patrouillenüberwachungssystems SMART. Auf der Agenda standen u.a. Themen wie Datenerfassung, Datenverarbeitung und -analyse, Verwendung der SMART-Software sowie SMART-basiertes Patrouillenmanagement.

CADI unterstützt die Einführung des SMART-Systems in den Naturschutzgebieten Ustjurt und Barsakelmes.

Neue Publikation zum Karakal in Usbekistan

Daten über Vorkommen, Verbreitung und Bedrohung des in Usbekistan auf der Roten Liste und im Appendix I der CITES geführten Karakal (Caracal caracal) wurden kürzlich in einer peer-review Sonderausgabe des Journal of Threatened Taxa publiziert. Das Journal wurde weltweit bereits über 40.000 Mal aufgerufen.

CADI ermöglichte die Erhebung einer Vielzahl der Feldbefunde in den Wüsten Usbekistans und trug dazu bei, den aktuellen Wissensstand über die bedrohte Art zu erheben und zusammenzufassen. In dem Artikel kommt die Autorin Maria Gritsina zu dem Schluss, dass das Vorhandensein von weitgehend unerschlossenen und naturnahen Wüstenhabitaten in Usbekistan, wie Teile des südlichen Ustjurt-Plateaus oder der Kyzylkum-Wüste, die Voraussetzungen dafür bilden, dass es bislang noch Bestände der seltenen Art gibt. Denn zu den größten Bedrohungen für den Karakal-Bestand gelten Konflikte zwischen Hirten und den Katzen sowie Tötungen aufgrund von Unkenntnis über den besonders strengen Schutzstatus der Tiere, wie Frau Gritsina in ihrer Publikation darlegt. Sie spricht sich für breit angelegte Informationskampagnen, v.a. für Bewohner ländlicher Räume, aus, sowie eine Intensivierung von Schutzbemühungen und Ausweisung von Schutzgebieten in den Wüsten Usbekistans.

 

Start des Fotowettbewerbs „Wüsten im Kameralicht“

Mit einem heute startenden Fotowettbewerb möchte das CADI-Projekt auf die einzigartige Welt der Wüsten, ihren Erhalt und nachhaltige Nutzung aufmerksam machen.

Die winterkalten Wüsten, die sich vom Nordiran über Zentralasien bis in die Mongolei erstrecken, sind bedeutende weiträumige Migrationsgebiete für Vögel sowie die letzten wildlebenden Huftierherden des Nordens. Die riesigen Landmassen erbringen unzählige Ökosystemleistungen. Auch für Menschen, die über mehrere Generationen hinweg hier sesshaft sind, spielen Wüsten als Lebensraum eine Rolle.

Zeigen Sie mit ihren Fotos, welche Bedeutung die Wüsten für Sie haben oder wie Sie Wüsten sehen!

Im Rahmen des Wettbewerbs können Bilder für zwei Kategorien eingereicht werden:

  • Natur der Wüsten
  • Der Mensch und die Wüsten

Teilnahmezeitraum: 14. März bis 14. Oktober 2019

Check-list für Teilnehmer:  

  • Ich bin volljährig.
  • Bilder, die ich einreichen möchte, wurden in den Wüsten in China, dem Iran, in Kasachstan, in der Mongolei, Turkmenistan oder Usbekistan aufgenommen.
  • Hier finde ich mehr zu den Teilnahmebedingungen des Fotowettbewerbs.
  • Hier melde ich mich zur Teilnahme an.

Aktuelles zum Persischen Leoparden in Ustjurt

Neue Bilder von Kamerafallen des CADI-Projekts bestätigen: Der Persische Leopard lebt immer noch im Schutzgebiet Ustjurt und scheint in guter Verfassung!

Die Kamerafallen waren während einer Expedition vergangenen November aufgestellt worden. Das CADI-Projekt bereitet unter anderem damit eine Begründung zur Aufnahme des Persischen Leoparden in die Rote Liste der gefährdeten Arten Kasachstans vor. Außerdem entwickelt das Projekt einen Aktionsplan zu dessen Erhaltung und legt diesen der Regierung der Republik Kasachstan vor.

Diese Maßnahmen zur weiteren Beobachtung und zum Schutz des Leoparden sollen diese bedrohte Tierart in Kasachstan bewahren und zum Erhalt des einzigartigen Ökosystems der winterkalten Wüsten im südlichen Ustjurt Kasachstans beitragen.

Auf den Spuren des Persischen Leoparden – Expeditionsbericht

Der Bericht zu einer zehntägigen Ustjurt-Expedition des ACBK im November 2018, gemeinsam mit dem Komitee für Forstwesen und Tierwelt des Ministeriums für Landwirtschaft Kasachstans, liegt vor. Ziel der Expedition war es, den zuvor in der Region mit einer Kamerafalle aufgenommenen Persischen Leoparden ausfindig zu machen.

Um eine dauerhafte Beobachtung zu ermöglichen und die Wahrscheinlichkeit einer neuen Sichtung zu erhöhen, wurden im Rahmen der Expedition 18 Kamerafallen aufgestellt, dazu Geruchs- und Futterköder ausgelegt. Die Beobachtungen sollen bis Ende Januar andauern.

Während der Leopard leider nicht gesichtet werden konnte, gab es andere interessante Entdeckungen: einen Karakal, sowie einen Brandt’s Igel, der normalerweise zu dieser Jahreszeit Winterschlaf hält. Außerdem wurde ein junges Urial-Weibchen gefunden, das aller Wahrscheinlichkeit nach von einem Leoparden gerissen wurde.

Expeditionsbericht (Russisch)

Workshop zur Fernerkundung winterkalter Wüsten Usbekistans

In Kooperation mit dem FAO Landesbüro in Taschkent sowie dem Staatlichen Komitee für Forstwesen der Republik Usbekistan fand am 15./16. Januar 2019 ein CADI-Workshop in Taschkent statt. Ziel war die Ermittlung von Zielparametern für die Bewertung der Ökosysteme der winterkalten Wüsten in Usbekistan.

Ergebnis des Workshops war die Festlegung nächster Schritte zur Durchführung einer integrierten, fernerkundungsbasierten Inventur von Wüsten mithilfe des satellitengestützten Programms „Collect Earth“. Dieses Programm ermöglicht eine Echtzeit-Bestandsaufnahme von Land, die Kartierung verschiedener natürlicher und sozioökonomischer Objekte sowie die Schaffung einer Datenbank für weitere Planungsaktivitäten zur nachhaltigen Nutzung winterkalter Wüsten Usbekistans.

Unter den Teilnehmern des CADI-Workshops waren Mitarbeiter des FAO Landesbüros in Taschkent, Vertreter des Staatlichen Komitees für Forstwirtschaft, des Komitees für Bodenressourcen, Geodäsie, Kartographie und Staatskataster der Republik Usbekistan, Vertreter der Pilotregionen in den Provinzen Buchara und Navoiy sowie Wissenschaftler verschiedener staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen in Usbekistan.

Ustjurt von oben

Spektakuläre Drohnen-Aufnahmen von den Klippen von Kaplankyr und winterkalten Wüsten im westlichsten Teil des Ustjurt-Plateaus (Kasachstan) entstanden während einer CADI Expedition des ACBK.

Video (mp4)

Grünes Licht für CADI in Turkmenistan

Nach mehr als 2-jähriger Vorarbeit wurde CADI am 7. Januar 2019 in Turkmenistan vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft offiziell registriert. Die Registrierung ist Voraussetzung für die Projektumsetzung im Land.

Die Registrierung basiert auf einem CADI Projektabkommen zwischen dem Staatlichen Komitee von Turkmenistan für Umweltschutz und Landressourcen und der Michael Succow Stiftung. Das Abkommen setzt die jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Partner in verschiedenen Projekten zum Natur- und Umweltschutz in Turkmenistan im Rahmen eines Memorandum of Understanding fort.

Im Rahmen von CADI ist die Umsetzung eines breiten Maßnahmenpakets zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der winterkalten Wüsten Turkmenistans vorgesehen. Eines der Hauptaufgaben ist die Vorbereitung eines Nominierungsdokuments zur Eintragung der Schutzgebiete Repetek und Bereketli Garagum in die Liste der UNESCO Weltnaturerbestätten. Ferner ist u.a. die Ausarbeitung einer wissenschaftlich-technischen Begründung für die Einrichtung, Ausweitung oder IUCN Statusanpassung eines Schutzgebietes in Turkmenistan geplant.

Nationaler Partner für die Umsetzung von CADI in Turkmenistan ist das National Institute of Deserts, Flora and Fauna (NIDFF).